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Der neueste Hauzel
Juli/August 2011
Liebe Biebricher,
die neue Fußballsaison wird lang und heftig. Aber wir wollen uns nicht beklagen, sondern freuen. Wir mögen ja Fußball – und hoffen, Sie in größerer Zahl als bislang
für unsere Sportart und die Spiele unserer nun 24 Mannschaften begeistern zu können.
Für die Blauen endete nach der unerwarteten Niederlagen-Serie des Verbandsliga-Teams im Mai die Saison dann doch noch glücklich. Die zweite Mannschaft schaffte in der Kreis-Oberliga den
Klassenerhalt ebenso am letzten Spieltag wie die B-Jugend in der Hessenliga. Die Ziele waren erreicht.
Den eigentlichen Knaller der Saison gab es freilich ohne Biebricher Beteiligung in der Gruppenliga-Relegationsrunde. Ein grob unsportliches Verhalten des TuS Nordenstadt, der das für ihn
bedeutungslose letzte Match gegen den SV Frauenstein mit 0:8 herschenkte und auf diese Weise Bremthal um den Aufstieg brachte, sorgte für erstaunliche Nachbeben. So wurde der Modus der
Gruppenliga-Relegation – quasi aus Vorsorge gegen mögliche künftige Unsportlichkeiten – geändert und damit für die nächsten Jahre die Chance des
Alt-Gruppenligisten auf den Klassenverbleib verbessert. Nach einem wahrhaften Telefonterror, den Klassenleiter Karl-Heinz Börner im Anschluss an das Nordenstadter Skandalspiel über sich
ergehen lassen musste, ist der langjährige Wiesbadener Funktionär von all seinen Fußballämtern zurückgetreten – auch als Verbandsliga-Klassenleiter. Eine traurige
Entwicklung, die alle Beteiligten zum Nachdenken anregen sollte. Die Reaktion der Verantwortlichen des TuS Nordenstadt, die sich beschwerten, die Berichterstattung in den Zeitungen hätte das
Image des Vereins beschädigt, deutet indes darauf hin, dass sie nichts aus dem Ereignis gelernt haben. Denn den Image-Schaden haben sich die Nordenstadter ganz allein zugefügt.
Die neue Verbandsliga-Runde beginnt also mit einem neuen Klassenleiter und Spekulationen, dass es die vorletzte Saison mit drei Staffeln auf dieser Ebene sein könnte. Es wird im
Verbandsvorstand jedenfalls laut darüber nachgedacht, ab der Saison 2013/2014 nur noch mit einer Süd- und einer Nordgruppe zu spielen. Die Verantwortlichen des Biebricher
Fußballvereins lassen die Entwicklung in aller Ruhe auf sich zukommen. Es ist – wie so oft – bei Veränderungen im Fußball: Es gibt Vor-und Nachteile, aber keineswegs
überwiegen die Vorteile derart gravierend, dass die Änderung zwingend wäre. Die meisten Änderungen werden um der Änderung willen inittiert und realisiert.
Die Ziele, die sich die Blauen in der neuen Saison stecken, sind schnell definiert. In der Verbandsliga, die mit 19 Mannschaften antritt, ein Mammutprogramm im August und insgesamt 23 Spieltage
bis Weihnachten aufzuweisen hat, wollen die 02er an die guten Leistungen von Dezember bis April anknüpfen. Der Kader, der Trainer Engin Özdemir zur Verfügung steht, sollte für
eine Platzierung im vorderen Drittel ausreichen. Die Reserve will unter neuen Trainern von Anfang an nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Die B-Jugend muss wieder ackern, den Hessenliga-Erhalt
zu schaffen.
Eine besondere Herausforderung ist für den Biebricher Fußballverein, bei aller Platznot die Runde mit 24 Mannschaften organisatorisch reibungslos über die Bühne zu bringen.
Vehement wird der 02-Vorstand bei allen politisch beteiligten Gremien und bei der städtischen Verwaltung auf den Zuschlag für einen zweiten, ganzjährig belastbaren Kunstrasenplatz
drängen. Überall entstehen neue Kunstrasen-Anlagen, auch dort, wo die Zahl der Mannschaften und entsprechend die Belastung deutlich geringer ist. Wir in Biebrich brauchen den Platz, um
allen Kindern und Jugendlichen, die hier Fußball spielen wollen, das auch zu ermöglichen.
Sie, liebe Biebricher, dürfen uns bei dieser Forderung, sehr gern aber auch bei den Spielen unserer Mannschaften unterstützen. Der Verbandsliga-Auftakt ist jedenfalls überaus
attraktiv. Wir beginnen am Dienstag, 2. August, mit dem immer spannenden und emotionsgeladenen Derby gegen den Türkischen SV und empfangen am Mittwoch, 10. August, gleich den Vizemeister VfB
1900 Gießen zu einer ganz traditionsreichen Auseinandersetzung.
Bis dahin,
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

September 2011
Liebe Biebricher,
jetzt feiern wir erstmal gemeinsam das Mosburgfest.
Aber dabei kann man ja auch über Fußball sprechen. Zum Beispiel darüber, dass sich die 02-Verantwortlichen den Auftakt in die neue Verbandsliga-Runde ganz anders vorgestellt haben.
Die Niederlagen-Serie zum Ende der vorigen Saison war ein bisschen wie ein Versehen betrachtet worden, das mit dem Neustart vergessen sein würde. Aber die Serie setzte sich erst einmal fort.
Schlecht gemacht, keine Frage. Denn mit der Hypothek von drei Niederlagen gleich in den ersten drei Spielen wird alles schwerer. Das müssen Mannschaft und Trainer nun in den Heimspielen gegen
den FC Eddersheim und den FC Ederbergland, die nicht gerade zu den Lieblingsgegnern zählen, selbst ausbaden.
Aber auch wir meckern lieber über andere als über uns selbst. Vornehmlich (und nicht immer zurecht) über Schiedsrichter, was bekanntlich nichts bringt – und über
Verbandsfunktionäre, was noch viel weniger bringt. Aber eins möchte ich hier doch einmal kritisch anmerken. Bis zum 31. August schon acht Spieltage durchzuziehen und insgesamt 24 vor der
Winterpause, ist barer Unsinn. Egal, wie groß die Klasse ist. An einem Wochen-Spieltag (10. August) drei von vier Wiesbadener Verbandsligisten parallel mit einem Heimspiel zu belegen, und das
an einem Abend, an dem das Länderspiel gegen Brasilien im Fernsehen läuft – derlei hätte es früher aus gutem Grund nicht gegeben. Gehen wir mal davon aus, dass Jörg
Wolf (Cölbe), der neue Verbandsliga-Klassenleiter noch dazulernt. Eine weitere, zumindest in Biebrich mit wenig Begeisterung aufgenommene, Neuerung erfährt in dieser Saison der Spielbetrieb
bei der D-Jugend (wir veröffentlichen im Innern dieser Ausgabe zwei Tagblatt-Beiträge zu dem Thema). Was alle Fürsprecher nicht bedenken, dass die Maßnahme, die D-Jugendlichen
jetzt mit Neuner-Mannschaften spielen zu lassen, zu einer höheren Zahl von Teams führt, für die Spiele aber jeweils der ganze Platz gebraucht wird. Der Jugendausschuss des Biebricher
Fußballvereins war gezwungen, fünf D-Jugendteams zu melden, um allen Kindern eine Spielmöglichkeit zu geben. Dazu braucht man mehr Betreuer. Vor allem aber: Mit jetzt 22
Nachwuchs-Mannschaften ist die Sportanlage endgültig restlos überlastet. Jugendspiele mit Anstoßzeiten von morgens um acht bis abends um 18 Uhr sind die Folge.
Das Schlimmste aber ist: Die Alten Herren des Biebricher Fußballvereins werden als Konsequenz in dieser Saison keine Heimspiele auf dem Dyckerhoff-Sportfeld mehr austragen. Die Verbindung
der Oldies zum Gesamtverein droht auf diese Weise endgültig verloren zu gehen.
Angesichts dieser dramatischen Situation, ist die Frage, was die Stadt nun mit der Anlage zu machen gedenkt, von nahezu existenzieller Bedeutung für die Blauen. Das bislang unter großer
Kraftanstrengung funktionierende Zusammenspiel von Leistungs- und Breitensport beim Biebricher Fußballverein steht auf dem Spiel. Das Platzkonzept des 02-Vorstands, im Koppelgeschäft mit
dem Rewe-Konzern auf den zu kleinen und unterirdisch schlecht beleuchteten Hartplatz zu verzichten und auf dem nur selten uneingeschränkt nutzbaren Naturrasen einen qualitativ hochwertigen
Kunstrasen zu verlegen und eine Flutlichtanlage zu installieren, ist von den parlamentarischen Gremien nicht einmal ernsthaft geprüft worden, obwohl es die Stadt durch die Geländeabtretung
an Rewe nichts gekostet hätte. Das wäre rasch umzusetzen gewesen – und noch besteht nach wie vor die Chance.
Die einzige Alternative, auf Platz drei einen Kunstrasen für Jugendspiele zu bauen und trotz der Häuser in direkter Nachbarschaft eine vollwertige Beleuchtungsanlage zu
installieren, kostet eine Stange Geld und wird bei realistischer Einschätzung angesichts der massiven Forderungen aus dem Wiesbadener Osten nach weiteren Kunstrasenplätzen nur schwer
zeitnah durchzusetzen zu sein.
Der Vorstand des Biebricher Fußballvereins lädt den Ortsbeirat, zu dem auch Wiesbadens Sportkreisvorsitzender Helmut Fritz gehört, im September zu einem Lokaltermin ein, bei dem
sich die Kommunalpolitiker selbst ein Bild machen können von der drangvollen Enge auf der Dyckerhoff-Sportanlage, unter der die mehr als 400 Fußballer der Blauen zu leiden haben. Die 02er
werden jedenfalls nicht locker lassen und um die Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder, vorrangig der Biebricher Kinder und Jugendlichen, kämpfen.
Ich möchte freilich mit Erfreulichem schließen. In Kooperation mit der benachbarten Riehlschule bietet der Biebricher Fußballverein seinen Jugendspielern eine kostenlose
Möglichkeit an, Nachhilfeunterricht zu nehmen. Auch über diese besondere Leistung, die dem sozial- und integrationspolitischen Anspruch der Blauen in besonderer Weise gerecht wird,
informieren wir im Innern dieser Ausgabe. Wer sich für das Angebot interessiert, kann mit Jugendleiter Hartmut Steindorf auf dem Sportplatz oder per Telefon (0611/807803) Kontakt aufnehmen.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Oktober 2011
Liebe Biebricher,
das ist nicht leicht, an dieser Stelle etwas über die Situation der 02-Verbandsliga-Mannschaft zu schreiben – zumal, wenn es wegen meines Urlaubs zehn Tage vor Erscheinen dieser Ausgabe
geschieht. Denn was heute gilt, kann in zwei Wochen schon ganz anders aussehen. Auch wenn man das nach der 1:5-Heimniederlage gegen den FC Ederbergland nicht zu hoffen wagt.
Die Mannschaft hat sich im Frühjahr und Sommer weit überschätzt. Und sie wurde, was noch viel schlimmer ist, offenbar auch von den sportlich Verantwortlichen innerhalb und
außerhalb des Vorstands überschätzt. Glückliche Punktgewinne zwischendurch, wie etwa beim späten 2:1-Sieg in Würges, haben zum falschen Zeitpunkt wie Beruhigungspillen
gewirkt. Unfreundlicher könnte man auch Schlaftabletten sagen.
Nach der tiefen Enttäuschung über einen völlig missratenen Saisonstart machen sich nun Sorgen breit. Denn die Situation erinnert fatal an das Abstiegsjahr 1994, als die auch damals
hervorragend besetzte Mannschaft nach einem noch durchwachsenen Rundenbeginn mit einigen irreführend beruhigenden Punktgewinnen in ein tiefes Loch und am Ende in die damalige Bezirks-Oberliga
gestürzt ist. Eine Entwicklung, die seinerzeit (zu) lange niemand erwartet hatte.
Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen zwingen die aktuellen Leistungen die Verantwortlichen förmlich, nun ihrerseits zu handeln, um die mit der Situation augenscheinlich überforderten
Spieler und Trainer nicht allein zu lassen. Auch um im kommenden Frühjahr nicht wie 1994, als bis auf Trainer Andreas Ludewig und Ralf Christoph der komplette Landesliga-Kader den Verein
verließ, am gleichen Scheideweg zu stehen (wobei es übrigens – bei mir zumindest – an die folgende Bezirks-Oberliga-Runde ausschließlich positive Erinnerungen gibt).
Jetzt wie auch in der damaligen Abstiegssaison, das kommt hinzu, waren die Mannschaften für den Biebricher Fußballverein im wahrsten Sinne des Wortes ein teures Vergnügen. Inzwischen
ist das mit dem Vergnügen so eine Sache... Und drum wiederholt schon so mancher im Vereinsumfeld heute die Frage von 1994, ob wir uns diese Form von Vergnügen noch leisten wollen. Denn wir
sind uns, unseren Mitgliedern und den Biebrichern gegenüber zunächst einmal verpflichtet, unsere selbstgestellten, gesellschaftspolitisch relevanten Aufgaben im Stadtteil zu erfüllen.
Das tun wir nach wie vor in herausragender Weise, in dem wir Kindern und Jugendlichen helfen, sich hier wohlzufühlen, wo immer sie auch ihre Wurzeln haben. Sie an unseren Sport
heranzuführen, ihnen die Freude zu vermitteln, die man mit ihm in der Gemeinschaft haben kann, aber auch ihren Leistungswillen zu stärken, ihre schulischen Chancen und damit die Chancen in
ihrem künftigen Leben zu verbessern, ist ein wunderbares Ziel.
Auf diesem Weg wollen wir auch künftig weitergehen und dazu gemeinsam mit Politikern, den Mitgliedern unseres Freundeskreises und der Leitung der benachbarten Riehlschule die
Rahmenbedingungen rund ums Dyckerhoff-Sportfeld schaffen. Selbst, wenn es manchem in der Stadt, insbesondere auch Sportredakteuren und Berichterstattern zu verstehen schwerfällt: Das ist mit
Abstand unser bedeutendstes Thema und unsere wichtigste Aufgabe.
Und wenn wir dabei noch schönen, erfrischenden und erfolgreichen Fußball der blauen Jungs und Mädchen sehen – was könnten wir mehr wollen?
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Oktober/November 2011
Liebe Biebricher,
das Signal war nötig, die Entscheidung fällig. Der Trainerwechsel für unsere Verbandsliga-Fußballer musste zu diesem Zeitpunkt stattfinden. Doch, und das drohte schon wieder
vergessen zu werden, auch unter der neuen sportlichen Leitung, stellen sich die Erfolge nicht automatisch ein. Die erfreuliche Stabilisierung der Defensive, die sich unter Elvir Melunovic sofort
schon im Pokal-Derby bei Kastel 06 einstellte, und eine günstige Spielplankonstellation haben dazu geführt, dass die Situation sich rasch entspannte. Doch kaum hatte die Mannschaft die
Abstiegsränge verlassen, machte sich Sorglosigkeit breit. Die Vorbereitung auf das nächste Match stand nicht mehr bei allen im Mittelpunkt, und prompt wurde die Partie bei der SG
Oberliederbach mit 0:3 verloren.
So steht das Team gleich wieder unter Druck, wenn es nun gegen Nachbarn und Tabellennachbarn geht. Die beiden Oktober-Derbys auf dem Dyckerhoff-Sportfeld gegen Kastel 06 und den SV Wiesbaden sowie
das dazwischen liegende Match beim VfB Marburg dürfen unter keinen Umständen verloren werden, soll es nicht ein ungemütlicher Winter in Biebrich werden.
Ungemütlich ist es mitunter ohnehin schon. Die starke Beanspruchung gerade auch für die Mitarbeiter der Jugendabteilung, die durch den Fußballverband, durch von Bund, Land und
Stadt verursachten, zusätzlichen Verwaltungsaufwand noch zunimmt, und die Enge auf unserer Sportanlage, führt immer mal wieder zu Missklängen, weil es irgendwem zu viel wird, der
Geduldsfaden reißt und ein ungewollt derber Ton entfährt. Nun ist das ein Fußballverein und kein Mädchenpensionat. Auch wenn’s zugegenebener Maßen manchmal schwer
fällt, sollten wir uns im Runterschlucken üben und die Fünf gerade sein. Denken wir stets daran, für wen wir tun, was wir tun. Blau geht vor.
Zwei, die das beherzigen, die manches schlucken müssen und immer die Aufgaben erfüllen, die sie im Biebricher Fußballverein in den verschiedensten Bereichen übernommen haben,
werden nun von der Stadt Wiesbaden in besonderer Weise geehrt. Ali Gür und Charalampos Mentis erhalten die Bürgermedaille in Bronze. Angesichts ihrer Jugend ist das eine ganz
außergewöhnliche Auszeichnung. Die beiden 02-Vorstandsmitglieder türkischer beziehungsweise griechischer Abstammung gelten als herausragende Beispiele gelungener Integration. Sie sind
für uns vor allem emsig engagierte, pflichtbewusste Ehrenamtler, die auf die seit vielen, vielen Jahren Verlass ist.
Sie sind im besten Sinne des Wortes Vorbilder.
Ali und Chara gilt schon jetzt unser ganz besonderer Glückwunsch zur Auszeichnung, die Oberbürgermeister Helmut Müller persönlich vornehmen will.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

November 2011
Liebe Biebricher,
mit dem Heimspiel gegen die TSG Wörsdorf endet die Hinrunde, und eine Woche später schon geht die Fußball-Verbandsliga in die zweite Saisonhälfte – für die Blauen mit
der Partie gegen den FV Breidenbach. In Breidenbach hatte die Mannschaft des Biebricher Fußballvereins im Sommer einen klassischen Fehlstart hingelegt. Beim unterschätzten Aufsteiger (wie
kann man eigentlich einen Aufsteiger in dessen erstem Heimspiel unterschätzen?) setzte es eine 0:3-Niederlage, die rasch ins Tabellenabseits führte.
Es brauchte viel Arbeit und einen Trainerwechsel, um sich aus dem Keller herauszuwühlen. In der vorigen Ausgabe noch hieß es an dieser Stelle: „Die beiden Oktober-Derbys auf dem
Dyckerhoff-Sportfeld gegen Kastel 06 und den SV Wiesbaden sowie das dazwischen liegende Match beim VfB Marburg dürfen unter keinen Umständen verloren werden, soll es nicht ein
ungemütlicher Winter in Biebrich werden.“ Nun, die drei benannten Spiele haben die Blauen tatsächlich gewonnen. Und vor allem das erst in allerletzter Sekunde gesicherte 3:2 gegen den
SVW wurde euphorisch gefeiert. Nachdem auch die folgende Auseinandersetzung beim SC Waldgirmes, wo die 02er ganz selten was geholt haben, mit einem 1:0-Sieg endete, kann sich die Bilanz unter Trainer
Elvir Melunovic wirklich sehen lassen. Da wurde keineswegs immer berauschender Fußball gespielt. Aber gerade die Abwehrarbeit wurde wesentlich konzentrierter und intensiver betrieben, und die
Mannschaft hat – nicht in unangemessenem, aber in positivem Selbstvertrauen – immer an sich geglaubt. Seit dem Trainerwechsel stehen sechs Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage zu
Buche. Das sind 19 Punkte aus acht Spielen nach acht Punkten aus neun Spielen. Der Unterschied wird auch im Torverhältnis deutlich: Nach 16:26 standen in den letzten acht Begegnungen 15:5 Tore
zu Buche.
Trotzdem sollten in den beiden November-Heimspielen getrost noch Punkte dazukommen, zumal die drei im Dezember angesetzten Partien ausnahmslos ganz dicke Brocken sind – gegen Viktoria
Kelsterbach, beim FC Eddersheim und beim Türkischen SV.
Mit einem Thema, das in der Wiesbadener Fußballszene zuletzt arg hochkochte, wollen wir uns an dieser Stelle beschäftigen. Angriffe auf Schiedsrichter, auch im Jugendbereich. Der
Kreisfußballausschuss hat alle Vereine – auch jene wie Biebrich 02, bei denen seit vielen Jahren keine Vorfälle mehr zu verzeichnen sind – und deren Jugendbetreuer eingeladen
zu Informationsveranstaltungen, in denen unter anderem Sport-Stadtrat Wolfgang Gores, beim Polizeipräsidium Westhessen für Prävention zuständig, Tipps gab, wie weiteren
Auswüchsen vorzubeugen sei. Wir sollten uns über gut gemeinte Ratschläge nicht aufregen, auch wenn gerade die „alten Hasen“ in unserem Geschäft sehr wohl wissen, wie
sie in entsprechenden Situationen mit ihren Spielern umzugehen und welche Konsequenzen sie zu ziehen haben, um Eskalationen nach Möglichkeit schon im Vorfeld zu verhindern.
Jeder zusätzliche Tipp kann nur nützlich sein. Denn gefährlich für die Sportart ist der Ansehensverlust, da die (im Verhältnis zur hohen Zahl der Spiele) wenigen
Vorfälle im Amateur- und Jugendbereich quasi großflächig bebildert werden mit den erschreckenden Fan-Ausschreitungen in den Profi-Ligen. Dann kommt es schnell zu unüberdachten
Äußerungen wie der angeblich „fortschreitenden Proletarisierung des Fußballs“. Das sagt nichts aus, weil es soziologisch dumm ist, aber es macht Stimmung.
Was gar nicht geht, ist der „spontane Streik“ der Wiesbadener Fußballschiedsrichter in der A-Jugend-Kreisliga am ersten November-Wochenende. Da sind vier Referees nicht
angetreten, angeblich um ein Zeichen zu setzen. In einem Fall hat ein Referee dann eine A-Jugendpartie geleitet, der zuvor das D-Jugendspiel gepfiffen hatte. Das ist unverantwortlich – und wird
offenbar vom Kreisschiedsrichterausschuss noch gedeckt. Mannschaften, die von Ausschreitungen passiv betroffen waren und in der Folge nicht angetreten sind, um ein Zeichen zu setzen, wurden bislang
(und zu Recht) hart bestraft. Sie würden auch heute keine Gnade beim Verband finden. Schiedsrichter genießen genügend Sonderrechte. Sie haben aber auch Pflichten. Die Leitung eines
Spiels zu verweigern, ist ein Unding.
Es wäre gut gewesen, wenn Fußball-Funktionäre wie auch die Medien das Thema rechtzeitig auf Normalmaß herunter gestutzt hätten. Udo Parker, Webmaster der Internetseiten
des Biebricher Fußballvereins, wohlwollender Beobachter des Wiesbadener Jugendfußballs und Pressewart im Kreisfuß- ballausschuss, hat in einem Leserbrief an das Wiesbadener Tagblatt
(vor dem Schiedsrichter-Streik) zu der Gesamt-Problematik Stellung genommen. Weil man es besser nicht ausdrücken kann, veröffentlichen wir den Beitrag an dieser Stelle,
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Im Wortlaut
Udo Parkers Leserbrief
In seinem "Einwurf" vom 1. November thematisiert Sportchef Uli Schwaab im Tagblatt neuerlich aufkommende Respektlosigkeiten und tätliche Angriffe auf den Sportplätzen auch in unserer
Landeshauptstadt. Er schreibt den lokalen Fußball-Organisationen und den Ehrenamtlichen ins Stammbuch, dass sie zu lange die Augen vor Exzessen verschlossen haben und fordert von ihnen Einsicht
in ihr eigenes Fehlverhalten. Gut gebrüllt Löwe, möchte man meinen.
Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. In der Regel reagieren die örtlichen Fußball-Gremien mit Augenmaß und mit Bedacht, schrecken aber auch vor drakonischen Strafen nicht
zurück und versuchen durch Informationsabende aufzuklären und zu vermitteln. Viel mehr Möglichkeiten sind ihnen nicht gegeben. Der galoppierende Werteverfall einer sich selbst
entsolidarisierenden Gesellschaft macht eben auch vor den Fußballplätzen dieser Republik und auch dieser Stadt nicht Halt. Maßlosigkeit und ungezügelte Wahrnehmung eigener
Interessen bestimmen das gesamtgesellschaftliche Klima. Insofern ist das, was auf den Fußballplätzen geschieht nur ein Spiegelbild dessen, was die soziale Realität zu bieten hat.
Hinzu kommt, dass etliche Eltern ihren Auftrag zur Erziehung, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr wahrnehmen.
Schon die Kleinsten werden von zum Teil enthemmten, geradezu hysterischen Eltern an der Seitenlinie brutal zum Sieg getrieben. Wenn man all dieses betrachtet (und es gäbe noch viel, viel mehr
aufzuzählen), muss man einfach die in mannigfachen Gebieten ehrenamtlich Tätigen in Schutz nehmen. Sie sind es, die dafür sorgen, dass nicht noch mehr passiert auf unseren
Plätzen. Sie sind es, die dafür sorgen, dass der übergroße Teil der Fußballspiele in ordentlichen Bahnen verläuft. Letztendlich sind sie es, die die Suppe
auslöffeln, die ihnen andere einbrocken. Eine derartige mediale Maulschelle, wie oben beschrieben, halte ich für unangebracht und populistisch.
Einfache Lösungen für komplexe Problemstellungen sind schnell geschrieben, aber illusorisch und nur mit der Zunge am Stammtisch zielführend. Da erwarte ich Einsicht auch von Uli
Schwaab.
Dezember 2011
Liebe Biebricher,
für die Blauen wurde der November in diesem Jahr wirklich zu einem Trauermonat. Am 27. November, dem ersten Advent, starb das Ehrenmitglied des Biebricher Fußballvereins Horst Seilberger
im Alter von 81 Jahren. Wir erinnern an ihn ausführlich an anderer Stelle dieser Ausgabe.
Mit all seinem Wirken in den vergangenen Jahrzehnten hatte er maßgeblich Anteil daran, dass die Blauen zur Nummer eins im Fußball der hessischen Landeshauptstadt geworden sind. Und mit
dieser Feststellung sind wir bei einer Diskussion, die die Wiesbadener Zeitungen in diesem Herbst wie – immer mal wieder – aufs Neue entfacht haben. Da hieß es auf einmal, nun sei
der Türkische SV die Nummer eins der Wiesbadener Fußballvereine. Ja, bitteschön, welche Kritierien wurden denn da zu Rate gezogen? Es konnte nur gemeint sein, dass der Türkische
SV die zu dem Zeitpunkt am besten platzierte erste Mannschaft aller Wiesbadener Vereine stellt. Was, wie man inzwischen gesehen hat und auch aus dem Vorjahr weiß, als Kastel 06
vorübergehend das Prädikat für sich beanspruchte, immer nur eine Momentaufnahme ist.
Als diesmal die Feststellung getroffen wurde, hatte die Elf vom Niederfeld 15 oder gar 17 Zähler Vorsprung auf die Blauen. Mittlerweile stehen beide Teams ganz dicht beieinander. Acht Siege,
ein Unentschieden und nur eine Niederlage gab es für die 02er seitdem unter dem neuen Trainer Elvir Melunovic. Kein Wunder, dass sich der Vorstand der Blauen bemühen will, mit ihm
möglichst rasch die Verlängerung der Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus zu vereinbaren. Der Türkische SV hatte in der Zwischenzeit von einer Oberligazukunft und einer
ganzen Reihe von Verstärkungen aus dem Profibereich schwadroniert. Angesichts der zum Teil deftigen Niederlagen, die dann folgten, entbehrten diese arg selbstbewussten Töne nicht einer
gewissen Peinlichkeit.
Das Bild kann sich im Dezember natürlich wieder ein wenig wandeln. Gegen das Spitzenteam von Viktoria Kelsterbach, bei den nicht minder starken, wenn auch ein wenig wankelmütigen
Eddersheimern und zum Jahresabschluss im Derby beim Türkischen SV steht das Team der Blauen vor schwersten Aufgaben. Aber wie sich die Mannschaften im weiteren Verlauf der Verbandsliga-Saison
auch entwickeln – wer die Nummer eins im Wiesbadener Fußball ist, entscheiden ganz andere Kriterien. Die Mitgliederzahl, die Konstanz, die Verlässlichkeit , die Strukturen, die
Größe sowie die Ergebnisse im Breiten- und Leistungsbereich der Nachwuchsmannschaften sowie die über Spiel und Training hinausgehende Wirkung der Jugendarbeit, um nur einige zu
nennen.
Was hören wir von den Verbandsliga-Konkurrenten? Dem Türkischen SV werden auch finanzielle Probleme nachgesagt. Beim SV Wiesbaden sind Etatlücken während einer
Mitgliederversammlung nun sogar öffentlich bestätigt worden. Vereinbarungen mit Spielern können nach dem Rückzieher eines Sponsors nicht eingehalten werden. Die
SVW-Verantwortlichen rechnen im Winter mit Abgängen. Sorgen gibt es auch bei Kastel 06. Und der SV Frauenstein, der vor zwei Jahren mal die Nummer eins sein wollte, hat seine einst stattliche
Jugendabteilung eingedampft und quält sich mit der ersten Mannschaft in den unteren Regionen der Gruppenliga-Tabelle.
Der Biebricher Fußballverein versucht zu bleiben, was er seit Jahrzehnten ist und wie er ist. Auch in 2012, für das wir alle Ihnen schon jetzt von Herzen alles Gute wünschen.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Januar 2012
Liebe Biebricher,
wehmütiges Abschiednehmen und nostalgisch-schöne Erinnerungen liegen beim Biebricher Fußballverein zum Jahreswechsel dicht beieinander. Zunächst haben die Blauen ihr
Ehrenmitglied, den langjährigen zweiten Vorsitzenden, Horst Seilberger zu Grabe tragen müssen. Vorsitzender Horst Klee betonte in seiner Trauerrede auf dem Biebricher Friedhof nicht nur die
Bedeutung Seilbergers für die Entwicklung des Vereins, sondern rief in sehr persönlichen Worten auch manche gemeinsame Erlebnisse wach, die die zahlreichen anwesenden 02er mit Horst
Seilberger verbinden.
Am vorletzten Tag des alten Jahres feierte Werner Kuhn seinen 70. Geburtstag, und zu den Überraschungen des Abends im Henkellpark gehörte nicht nur ein großes Feuerwerk, sondern
auch die Dia-Show, bei der sich manch Blauer auf ein- und zweideutigen Bildern wiederfand. Die Geschichten, die Anekdoten um die Bilder herum, wurden über Stunden von den vielen, vielen
Weggefährten, die zur Feier gekommen waren, anschließend munter erzählt. Werner Kuhn, lange Jahre Kassierer des Biebricher Fußballvereins, hatte natürlich auch
anlässlich seines runden Geburtstages an die Vereinskasse gedacht und sich statt der sonst üblichen Geschenke eine Spende für die Blauen erbeten. Dabei kam, wie er nun mitteilte, der
stolze Betrag von 2734 Euro zusammen. Auch dafür hat der Verein seinem Vorstandsmitglied zu danken.
Nur drei Tage später wurde mit Franz Haßler ein weiteres 02-Denkmal 70. Der Franz war zu seinem Geburtstag in die Ferne entflohen. Freilich brauchte er auch gar nicht selbst zu feiern,
denn auf den Kuhnschen Dias war der Freund oft genug mit von der Partie. Ihre gemeinsame Geschichte der vergangenen über 40 Jahre haben die so unterschiedlichen und dennoch längst
unzertrennlichen Biebricher Fußball-Zwillinge im Wiesbadener Tagblatt erzählt.
In diesem Jahr nun rundet auch der Biebricher Fußballverein selbst. Die Blauen bestehen seit 110 Jahren. Das weckt zuerst einmal Erinnerungen an das Hundertjährige, das im Schloss und
im Festzelt der Gibber Kerbegesellschaft groß gefeiert wurde und an das wir alle noch gern zurückdenken. Aber natürlich auch an viele schwere und unbeschwerte Zeiten, die sich in der
umfangreichen Chronik und einfach in Tabellen ablesen lassen. Im Mai werden die 02er in bescheidenerem Rahmen in einer Feierstunde im Bürgersaal der Galateaanlage das nicht ganz runde
Jubiläum begehen.
Zu all dem passt der Biebricher Nostalgiecup, den die Blauen traditionell Mitte Januar ausrichten, wunderbar. Wieder können Erinnerungen ausgetauscht werden – während des Turniers,
an dem Teams von Biebrich 19, Biebrich 76, dem SV Wehen, dem SV Wiesbaden und Biebrich 02 teilnehmen, mutmaßlich aber auch erneut anschließend im Klubheim bis tief in die Nacht. Wie gern
die Oldies an diesem Treffen der einstigen Wiesbadener Fußballgrößen teilnehmen, beweist die Tatsache, dass die Vereine trotz zahlreicher anderer Turniere in der Region, bis zuletzt
versucht haben, Mannschaften auf die Beine zu stellen. So wurden aus sieben, später acht Teams – und am Ende sind es wahrscheinlich sogar neun. Der Spielplan wird flexibel bis zum letzten
Augenblick angepasst.
Jetzt ist viel von Erinnerungen an früher die Rede gewesen. Zum Schluss wollen wir auch ein Wort über den Biebricher Fußballverein verlieren, der ganz auf der Höhe der Zeit
ist und deswegen kurz vor Weihnachten eine Würdigung erfuhr. Das heißt die Ehrung ging eigentlich an die beiden Vorstandsmitglieder Mentis Charalampos und Ali Gür. Als Beispiele
gelungener Integration und der trotz ihrer Jugend schon langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit wurden sie von Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller mit der Wiesbadener
Bürgermedaille in Bronze ausgezeichnet. Wir sind stolz auf solche Mitglieder. Nichtsdestotrotz darf sich auch der Verein ausgezeichnet fühlen. Ortsvorsteher Kuno Hahn hat beim Biebricher
Neujahrsempfang im Schloss gerade betont: „Zu gelungener Eingliederung gehören immer zwei Seiten: Diejenigen, die sich integrieren wollen und integrieren lassen, aber auch diejenigen, die
das ermöglichen und fördern – in diesem Fall der Stadtteil Biebrich und der Fußballverein 02.“
Mit den besten Wünschen für 2012
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

März 2012
Liebe Biebricher,
sportlich ein gelungener Start ins neue Jahr: die erste Mannschaft hat beim Aufstiegsambitionen hegenden VfB 1900 Gießen 3:1 gewonnen, die B-Jugend bezwang in der Hessenliga die favorisierten
Kickers aus Offenbach mit 3:2, A- und C-Jugend wahrten ihre Chancen, sich für die Hessenliga zu qualifizieren, die D-Jugend zieht an der Tabellenspitze der Gruppenliga weiter souverän ihre
Bahn. Alles wunderbar also? Keineswegs. Es rumort – und die Knirschgeräusche wollen wir weder wegdiskutieren noch unterschätzen.
Der Biebricher Fußballverein hat zwar in den vergangenen Jahrzehnten wie kaum ein anderer Verein in hoher Zahl junge Talente auf Verbandsliga-Niveau aus der eigenen Nachwuchsabteilung in die
erste Mannschaft integriert und sich so die hervorragende Arbeit, die in der Jugendabteilung geleistet wird, auf die gewünschte Weise sinnvoll nutzbar gemacht. Und doch hakt es immer wieder an
der Nahtstelle zwischen Nachwuchs- und aktiven Mannschaften. Alle bisherigen Bemühungen, organisatorisch und personell die Voraussetzungen zu schaffen, den Übergang von den Leistungsteams
der B- und A-Jugend in zweite und erste Mannschaft so zu automatisieren, dass uns dabei möglichst wenige Jugendliche verloren gehen, waren – wenn überhaupt – stets nur von
kurzfristigen Erfolgen gekrönt. So musste immer wieder aufwendig improvisiert werden.
Knackpunkt ist die zweite Mannschaft, die sich samt Betreuern und Spielern zwar der schönen Worte sicher sein darf, mit denen ihr die Wertschätzung ausgedrückt wird, dann aber doch
im Tagesgeschäft immer wieder Belege dafür findet, dass es so ernst nicht gemeint sein kann. Unter diesem Eindruck hat sich Markus Goßmann entschieden, als Trainer der
Kreisoberliga-Mannschaft mit sofortiger Wirkung auszuscheiden. Auf die Schnelle ist nun Bernd Deider eingesprungen, um zu versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen. Zwei 0:5-Niederlagen in Bierstadt
und gegen Erbenheim verstärken indes die Lautstärke der Alarmsirenen.
Vor allem die Verantwortlichen der Jugendabteilung fordern nun eindringlich nicht nur ein klares Bekenntnis zur hohen Bedeutung der zweiten Mannschaft, sondern auch entsprechende personelle
Entscheidungen und strukturelle Veränderungen, die dieser Bedeutung als geachteter Talentschuppen für die aus der Jugend herauswachsenden Fußballer gerecht werden. Hier geht es darum,
die Jungs, die nicht auf Anhieb Stammspieler der ersten Mannschaft werden, weiter auszubilden, mit Hilfe aller Trainer in ihrer sporlichen Entwicklung zu fördern, nach Möglichkeit an den
Verbandsliga-Kader heranzuführen und dem Verein zu erhalten. Das muss in den Köpfen der Verantwortlichen als Selbstverständlichkeit verankert werden – und dafür muss einer
verantwortlich sein.
Genau dafür gilt es nun rasch – sprich bis zur Jahreshauptversammlung am 27. April, beziehungsweise spätestens dann – die Weichen zu stellen und die Voraussetzungen zu
schaffen. Da sollten alle mitziehen, denen die Zukunft der Blauen wichtig ist – in Jugendausschuss wie im Spielausschuss und im Gesamtvorstand. Auch wenn es sich in den Gesprächen rund um
das Dyckerhoff-Sportfeld mitunter so anhören mag: Es gibt nicht die verschiedenen Einzelinteressen – es darf immer nur darum gehen, was im Interesse des Biebricher Fußballvereins
liegt. Und was in diesem Sinne verabredet wird, daran sollten wir uns dann auch halten.
Ich bin sicher, dass wir das schaffen und auf dem guten Weg, den die Blauen nun 110 Jahre lang gegangen sind, weiter vorankommen.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

April 2012
Liebe Biebricher,
alles scheint in den Osterferien. Doch für die Fußballer von Biebrich 02 ist der April ein mit Aufgaben vollgepackter Monat. Nicht nur, weil in den Spielklassen die Entscheidungen um
Meisterschaft, Auf- und Abstieg heranreifen und auch schon die Planungen für die neue Saison beginnen – die Blauen treffen sich am 27. April zu ihrer Jahreshauptversammlung und eine Woche
später zur akademischen Feier anlässlich des 110-jährigen Vereinsbestehens.
Gerade die Jahreshauptversammlung verspricht nach den aus der Jugendabteilung heraus angestoßenen Diskussionen um eine Anpassung der Strukturen an der Nahtstelle zwischen Nachwuchs- und
Seniorenbereich interessant zu werden. Denn natürlich ist es berechtigt, wenn die für die Jugend Verantwortlichen ihre Sorgen formulieren. Und die Botschaft ist angekommen. Der Vorstand
selbst hat das Thema öffentlich gemacht und auch damit signalisiert, neuen Konzepten gegenüber aufgeschlossen zu sein. Wenn es keine fertigen Konzepte gibt, können auch alle gemeinsam
auf die Suche gehen – wobei die Betonung auf „gemeinsam“ liegt, auch wenn man nicht in jedem Punkt einer Meinung ist und nicht immer den gleichen Stil im Miteinander pflegt.
Am liebsten sollte uns zunächst einmal die gemeinsame Freude sein, wenn sich Erfolg einstellt. Nachdem vor und in der Winterpause unbestrittener Weise rund um die zweite Mannschaft eine ganze
Reihe von Fehlern gemacht wurden, ist das ernsthafte Bemühen, mit der Reserve die Kreisoberliga zu erhalten, inzwischen allenthalben erkennbar. Die Anstrengungen werden sozusagen symbolhaft
dadurch belegt, dass Cheftrainer Elvir Melunovic mit seinen 40 Jahren, selbst wieder das Trikot überstreift, um dem Team im wahrsten Sinne des Wortes aktiv zu helfen. Melunovic hat zugleich
öffentlich deutlich gemacht, dass er einer Reihe von A-Jugendlichen in diesem Sommer eine Chance geben will, sich einen Platz im Verbandsliga-Kader zu sichern. Er selbst führt die
Gespräche mit den Talenten.
Bei aller berechtigter Kritik, die vielleicht auch nötig war, um den einen oder anderen Vorstandskollegen wachzurütteln, griffen einige Formulierungen von A-Jugendtrainer Malte Christ am
28. März im Wiesbadener Tagblatt indes sicher zu weit. Dass beim Biebricher Fußballverein Jugendspielern die „nachhaltig sportliche Perspektive“ fehle, gehört trotz
mancher Mängel, die so leicht, wie es sich mancher denken mag, aber auch nicht abzustellen sind, in den Bereich vielfach widerlegter Unterstellungen. Es gibt nur ganz wenige Vereine im
Ballungsraum, die in der Verbandsliga kicken und einen derart hohen Anteil von Spielern aufweisen, die früher in eigenen Jugendteams standen. Außergewöhnlich hoch ist auch die Zahl
derer, die nach einem Intermezzo bei einem anderen Klub, (meist reumütig) wieder zurückgekehrt sind ans Dyckerhoff-Sportfeld. Gerade diese Tatsache belegt, dass es so schlimm bei Biebrich
02 nicht sein kann. Und ich bin sicher, dass wir auch die Mehrzahl derer, die sich in diesem Sommer zu einem Wechsel überreden lassen, bald wieder im 02-Trikot sehen werden.
Der Vorstand, allen voran unser Vorsitzender Horst Klee, ist gerade in diesen Wochen intensivst bemüht, die Rahmenbedingungen und damit die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der
Biebricher Fußballverein auch in der neuen Saison bei Aktiven und Jugendlichen wieder seine Ziele erreicht. Und nach allem, was sich abzeichnet, bin ich schon jetzt felsenfest davon
überzeugt, dass das – wie fast immer in den vergangenen vier Jahrzehnten – gelingen wird. In der Ergänzung, das sei noch einmal betont, brauchen wir Mitstreiter, die kritisieren
dürfen, was zu kritisieren ist, aber vor allem deren Ideen und Anregungen, die dazu führen, dass wir gemeinsam intelligente, aber auch behutsame Kurskorrekturen vornehmen können, die
uns voranbringen und zugleich das Erreichte nicht gefährden.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Mai 2012
Das elfte Jahrzehnt des Biebricher Fußballvereins – die Blauen sind die Nummer eins in der Stadt
Pünktlich zur Akademischen Feier anlässlich des 110-Jährigen haben zwei Teams des Biebricher Fußballvereins am 1. Mai den Wiesbadener Kreispokal gewonnen. Die erste Mannschaft
feierte einen 6:2-Erfolg über den Verbandsliga-Konkurrenten Türkischer SV, die D-Jugend setzte sich gegen den SV Wiesbaden mit 4:0 durch. Der Höhepunkt des Teils der
Vereins-Geschichte, der an die im Jubiläumsbuch 2002 dokumentierte Historie anknüpft, stand indes ganz am Anfang des elften Dezenniums: An die großartigen Feiern zum 100-jährigen
Bestehen im Schloss und im Festzelt der Gibber Kerbegesellschaft werden sich die Blauen, die sie miterlebt haben, immer dankbar erinnern.
Der prachtvolle Rahmen im Schloss, die zahlreichen prominenten Besucher, die den 02ern bei der Akademischen Feier Mitte März die Ehre erwiesen – das war und ist unvergleichbar und
bleibt unvergesslich. In der Rotunde sprachen der damalige Präsident des Deutschen Sportbundes, Freiherr Manfred von Richthofen, der Präsident des hessischen Landessportbundes Rolf
Müller, der Vorsitzende des Hessischen Fußball-Verbandes, Rolf Hocke, Wiesbadens Oberbürgermeister Hildebrand Diehl und Hessens Innenminister Volker Bouffier, der heute
Ministerpräsident ist. Der seinerzeitige Ministerpräsident Roland Koch kam drei Monate später ins Gibber Zelt, um dem 02-Vorsitzenden Horst Klee das vom Bundespräsidenten
verliehene Bundesverdienstkreuz anzuheften.
In der großen Tradition der Internationalen C-Jugendturniere sorgte die Jubiläums-Auflage 2002 gleichfalls für einen unübertrefflichen Höhepunkt. 21 Mannschaften aus elf
Nationen waren zum Dyckerhoff-Sportfeld gekommen, unter ihnen Nachwuchsteams von neun europäischen Erstligisten. Mit dabei waren unter anderem Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund,
Schalke 04, das schließlich gewann, der 1. FC Köln, Helsingborg IF, der FC Everton, Baltika Kaliningrad und Sigma Olmütz. „Coole Teilnehmerliste“, hatte damals ein Marcel
ins Gästebuch der Vereins-Internetseite geschrieben: „Ich dachte, es geht um die Champions-League.“
Unter dem insgesamt acht Jahre für Biebrich 02 als Spielertrainer und Trainer tätigen Bernhard Raab schaffte die erste Mannschaft der Blauen ein Jahr später die Rückkehr in die
zweithöchste Spielklasse des Hessischen Fußball-Verbandes. Wo sich der Verein längst bestens etabliert hat. Im Sommer gehen die Blauen schon wieder in ihre zehnte Saison
hintereinander in der Verbandsliga. In den 32 Jahren seit 1980 war Biebrich 02 in dann insgesamt 26 Spielzeiten Mitglied dieser Klasse.
Diese Konstanz, die kaum ein anderer Klub im Land sonst vorzuzeigen hat, spiegelt sich nicht nur in der Klassenzugehörigkeit der ersten Mannschaft, sondern beispielsweise auch in der geringen
Fluktuation in den Schlüsselpositionen des Vorstands und in den finanziellen Bilanzen, die seit Jahrzehnten unterm Strich stets eine schwarze Zahl ausweisen.
Der ganze Stolz des Vereins ist aber stets die Jugendabteilung. Sie war mit 250 aktiven Nachwuchskickern schon vor zehn Jahren die größte in der hessischen Landeshauptstadt. Aber sie
ist seit 2002 noch einmal kräftig gewachsen, hat mittlerweile knapp 400 Mitglieder. Sie vereint in der unumstößlichen Philosophie des von Hartmut Steindorf mittlerweile 34 Jahre lang
geführten Jugendausschusses Leistungs- und Breitensport. „Bei uns kann jeder Biebricher Bub Fußball spielen“, sagte Steindorf bei der Jahreshauptversammlung 2012. Aber stets
versuchen die blauen Talente auch, an die hessische Spitze heranzureichen.
Da paart sich dann in der Stadt und auch im Land der Respekt vor den sportlichen Erfolgen mit der Wertschätzung für die beachtliche Integrationsleistung, die der Biebricher
Fußballverein seit Jahren erbringt. Die größte Jugendabteilung in der Region hat auch den höchsten Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Da gelten zwei Sätze,
die in den vergangenen Jahren immer wieder gern zitiert wurden. Trainer Mike Schlemmer sagte auf die Frage eines Journalisten, aus wie vielen Nationen seine Spieler denn kämen: „Das sind
alles Biebricher.“ Und Vorsitzender Horst Klee verdeutlichte: „Es ist uns egal, ob die Kinder von Müttern gebracht werden, die ein Kopftuch tragen oder nicht. Wir behandeln alle
gleich.“
Nun wird aber auch bei den 110-jährigen Blauen deutlich, dass die Zeiten nicht leichter werden. Man sieht es an den internationalen C-Jugend-Turnieren, die seit 1980 immer wieder für
Festtage auf dem Dyckerhoff-Sportfeld gesorgt haben, nun aber mit einem vernünftigen Aufwand nicht mehr zu organisieren sind. In der Jugendabteilung werden sie andere Wege finden, für die
so wichtigen Gemeinschaftserlebnisse zu sorgen. Die zahllosen kleineren Turniere in der Halle und im Freien, große und kleine Fahrten und die Weihnachtsfeiern, die von den engagierten Betreuern
auf die Beine gestellt werden, unterfüttern den normalen Spiel- und Trainingsbetrieb. Das soziale Engagement wird deutlich in Workshops zur Gewaltprävention und zum Thema Rassismus, an
denen sich der Nachwuchs der 02er beteiligt, aber auch in Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenbetreuung, die der Verein in Kooperation mit der Riehlschule anbietet.
Dieser alte Verein muss jugendliche Anpassungsfähigkeit beweisen. Die Läufe der Zeit, die demografische Entwicklung, die Ganztagsschule, die Veränderung von Interessenslagen und von
Grund-Einstellungen erfordern Reaktionen. Die Vorstandsmitglieder wissen, dass sie auch personell die Weichen in die Zukunft stellen müssen. Allen voran Vorsitzender Horst Klee, der die Blauen
mittlerweile seit 41 Jahren führt. Ihm und seinem Team gelingt es bis dato verlässlich, dass Fördermittel und Preisgelder fließen, wo immer Quellen anzuzapfen sind.
Mitgliedsbeiträge, hilfreiche Wiesbadener Unternehmen, Biebricher Geschäftsleute, Sponsoren wie Stefan Bazant und immer ansprechbare Gönner aus dem Freundeskreis um Armin Brandenburger
sorgen mit tollen Aktionen und freundlichen Spenden dafür, dass der Biebricher Fußballverein auf der Einnahmeseite breit aufgestellt ist. Das sichert den Klub ab vor den unwägbaren
Risiken, die andere eingehen, wenn sie auf einzelne Großsponsoren bauen (müssen).
Der RSV Würges, über Jahrzehnte ein sportlicher Wegbegleiter, der stets ein Muster an Solidität war, hat sich Ende April 2012 angesichts der Finanzlage entschieden, sich aus der
Verbandsliga in die Kreis-Oberliga zurückzuziehen, um nicht die Zukunft des Gesamtvereins zu gefährden. „Wir können vielleicht nicht viel versprechen, aber was wir versprechen,
halten wir“, ist einer der Grundsätz von Klee. Und ein anderer: „Wir geben nur aus, was wir eingenommen haben.“ Danach werden die 02er auch im zwölften Jahrzehnt ihrer
Geschichte leben und alles dafür tun, dass dramatische Entwicklungen wie sie immer wieder bei Nachbarvereinen zu beobachten sind, ausbleiben werden.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Der neueste Hauzel
Juni 2012
Liebe Biebricher,
einen 110-jährigen Verein und die über schon lange Zeit tätigen Vorstandsmitglieder der Blauen wirft so schnell nichts aus der Bahn. Wer so viele Mannschaften hat wie die 02er,
für den liegen Freud und Leid in Form von Sieg und Niederlage immer dicht beieinander. Auf diese Weise relativiert sich auch alles so wunderbar, und wir wissen, dass Jubel und
Weltuntergangsstimmung stets nur Momentaufnahmen sind.
Fast hätte man sich aufregen können, dass die Verbandsliga-Mannschaft des Biebricher Fußballvereins nach dem Erfolg im Kreispokalfinale über den Türkischen SV das
Fußballspielen eingestellt hat und im ganzen Mai nur noch zu einem lächerlichen Pünktchen beim Absteiger TSG Wörsdorf kam. Doch schon sprang die Zweite ein. Ihre Erfolge in der
Kreisoberliga waren zugegebenermaßen auch viel wichtiger, denn mit einem Remis und drei Siegen in den letzten vier Saisonspielen schaffte sie dann doch noch den Klassenerhalt. Und das obwohl es
dem Vizemeister FC Bierstadt ganz und gar nicht peinlich war, gegen Kostheim 12 mit den Alten Herren anzutreten, und er so dem 02-Konkurrenten im Tabellenkeller nicht nur die Punkte schenkte, sondern
es ihm bei dem 0:9-Debakel auch noch ermöglichte, seine Tordifferenz deutlich zu verbessern. Schäbig ist das, zumal wenn man sich das Ergebnis der beiden Reserven anschaut, die sich am
gleichen Tag in der C-Liga gegenüberstanden. Da unterlag Kostheim 12 dem FC Bierstadt mit 1:21. Derlei Unsportlichkeiten scheinen in Wiesbaden zum Rundenende mittlerweile üblich zu werden.
Immerhin hat die Spvgg. Sonnenberg ihre Leistung gegen Delkenheim auf den Platz gebracht und die Partie, in der es für sie um nichts mehr ging, mit 3:1 gewonnen, so dass die Delkenheimer in die
Relegation müssen. Dank dafür.
Das Saison-Finale gehört in Biebrich traditionell der Jugend. Nachdem es so beschwerlich geworden ist, ein internationales C-Jugend-Turnier mit Profivereinen aus dem In- und Ausland zu
bestücken, so wie es dem 02-Jugendleiter 30 Jahre lang gelungen ist, hat Hartmut Steindorf die Notbremse gezogen. „Da geben wir unser Geld lieber für die eigenen Jungs aus als
für den Auftritt von Schalke 04 oder Borussia Dortmund.“
Konsequenterweise wurde das C-Jugendturnier auf eine Eintages-Veranstaltung verkürzt. Wobei am Samstag, 9. Juni, mit Hannover 96 und Baltika Kaliningrad dennoch zwei Hochkaräter mit von
der Partie sind. Und auch die anderen Teams, namentlich die alten Freunde aus Neugersdorf und der starke Nachwuchs aus Gonsenheim sind nicht zu missachten. Ein besonderer Dank gilt der Delegation aus
dem ehemaligen Königsberg. Die „russischen Ostpreußen“ nehmen von Kaliningrad wieder die beschwerliche Strecke auf sich, um auf dem Dyckerhoff-Sportfeld dabei zu sein.
An Fronleichnam, 7. Juni, und am Sonntag, 10. Juni, finden noch sechs weitere Turniere in Biebrich statt. Von der D-Jugend bis zu den Bambinis. Das Nachwuchs-Festival wird am Sonntag um 18 Uhr
gekrönt vom ersten Aufstiegsspiel der 02-A-Jugend, die als Meister der Gruppenliga Wiesbaden mit dem Darmstädter Vizemeister * Viktoria Griesheim um den freien Platz in der Hessenliga
kämpft. Eine Woche nach dem Duell in Biebrich steigt das Rückspiel in Griesheim (Sonntag, 17. Juni, 11 Uhr).
Auch die D-Jugend wurde Meister der Gruppenliga, die B-3-Jugend Erster in ihrer Kreisliga-Gruppe. Die C-2-Jugend führte die Kreisliga vor dem letzten Spieltag an, das gleiche gilt für
die D-2-Jugend in der Kreisliga ihrer Altersstufe sowie für die C-3-Jugend in ihrer Kreisklassen-Gruppe. Die C-1-Jugend wurde in der Gruppenliga Vizemeister. Alles in allem eine sehr, sehr
ordentliche Bilanz, zumal wenn man die Erfolge in den Pokal- und Hallenwettbewerben hinzunimmt. Ein Jammer, dass die B-Jugend den durchaus vermeidbaren Abstieg aus der Hessenliga wohl nicht
verhindern konnte. Aber auch für sie gilt, in der nächsten Saison einen neuen Anlauf zu nehmen.
Einen neuen Anlauf nimmt wieder der SV Wiesbaden. Ein Verein, in dem man offenbar nichts hinzulernt. Kaum ist ein neuer Sponsor aufgetaucht, wird das frische Geld bündelweise ausgegeben. Als
(sicher nicht knapp) bezahlter Sportlicher Leiter wird sich künftig Djuradi Vasic versuchen, der einst beim SV Wehen Trainer war und zuletzt beim MSV Duisburg die Oberliga-Reserve unter seinen
Fittichen hatte. Franz Scheidgen, der Trainer Aßmann in der zu Ende gegangenen Runde oft genug als ehrenamtlicher Ein-Mann-Betrieb zur Seite stand, hat nach dieser Entscheidung der
Vereinsführung seinen Rückzug angekündigt. Beim SVW sollte man aus der eigenen Geschichte wissen, dass Sponsoren kommen und gehen, das Überleben des Vereins aber von Leuten
garantiert wird, die nicht per Vertrag, sondern mit ihrem Herzen an den Verein gebunden sind. Drücken wir dem Sportverein von Biebrich aus die Daumen, dass sich die Hälfte der Pläne
schadlos realisieren lassen.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender
* Meister (die Redaktion)

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